

Schulalltag mal ganz anders: Wir aus den 10. Klassen hatten in unserer Projektwoche drei extrem spannende und intensive Projekttage zum Thema Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF)!
Ob Sprüche klopfen auf dem Pausenhof oder Hetze auf TikTok – Diskriminierung
begegnet einem oft schneller als man denkt.
In verschiedenen Grundlagenworkshops haben wir am ersten Tag erst einmal gelernt, wie Abwertung eigentlich entsteht und wie wir Vorurteile im Alltag durch die Gleichwertigkeitsbrille besser erkennen können.
Am zweiten Tag ging es dann für alle von uns in einen von sechs Vertiefungsworkshops:
– Rassismus: Wie rassistische Denkmuster funktionieren und wie wir sie entlarven.
– Sexismus: Was geschlechtsspezifische Abwertung anrichtet und wie richtiger Respekt aussieht.
– Bodyshaming: Warum Sprüche über das Aussehen anderer extrem verletzend sind und wie wir sie stoppen.

– Empowerment: Wie man sich selbst stärkt und in fiesen Situationen selbstbewusst Grenzen setzt.
– Soziale Gerechtigkeit: Wie soziale Errungenschaften immer wieder erkämpft werden müssen und wir solidarisch und fair auftreten können.
– Nationalismus: Welche menschenverachtenden Einstellungen hinter Ideologien stecken, wir diese erkennen können und ein demokratisches Miteinander gestalten.
Wir haben super viel mitgenommen, ehrlich diskutiert und gelernt, wie wir gemeinsam Zivilcourage zeigen können. Wir sind sehr dankbar, dass diese wichtigen Aspekte in Bezug auf GMF einmal ganz in Ruhe thematisiert werden konnten.
Am Freitag hatten wir noch ein Interview mit Fips Neukamm, einem Aussteiger aus der rechtsextremen Szene, der sich im Projekt 21 e.V. engagiert. Er beantwortete uns offen und ehrlich all unsere Fragen zu seinem Weg in den Extremismus sowie seinem Leben darin und seinem Weg heraus. Das Interview führten Enny, Jasmina und Ferenc, welche sich vorab intensiv vorbereitet hatten. Anschließend nutzten wir alle die Möglichkeit, unsere bis dahin unbeantworteten
Fragen in einem offenen Forum zu stellen. Fips Geschichte war sehr eindrücklich für uns, zumal er ursprünglich aus Lichtenstein stammt und er schonungslos von seinen Erfahrungen berichtete. Emotional wurde es, als er gefragt wurde, was er seinem jüngeren Ich mit auf den Weg geben würde. Für unseren weiteren Weg riet uns Fips, immer ein Auge aufeinander zu haben, füreinander da zu sein und uns gegenseitig ein gutes Gefühl zu geben. Nach diesen Schilderungen bleiben einige Messages bei uns hängen!
Unser Dank geht an das Team von dialogus e.V. und an das Netzwerk für Demokratie und Courage für die tollen Workshops auf Augenhöhe sowie dem Projekt 21 e.V. für die Einblicke in den Ausstieg!
Und ein besonderes Dankeschön an unseren Förderverein, der das ganze Projekt überhaupt erst möglich gemacht und die Förderung bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) an Land gezogen hat! Damit sind die Projekttage mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes mitfinanziert worden.
© Chelsea Vogel
Bildrechte: Ch. Vogel

